Parkinson ist unheilbar – doch es gibt Hoffnung. Weltweit konzentriert sich die Forschung darauf, die Neurodegeneration zu bremsen, statt nur die Symptome zu behandeln, mit beachtlichem Erfolg. „Es könnte aktuell nicht spannender sein. Die Forschung ist sehr nah dran an krankheitsmodifizierenden Therapien. Vor allem die Ergebnisse zu alpha-Synuklein-Antikörpern sind vielversprechend“, betont Professorin Kathrin Brockmann, erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) e. V. anlässlich des Welt-Parkinson-Tags 2026. In großen internationalen Medikamentenstudien stehen drei Wirkstoffziele im Fokus: das Eiweiß alpha-Synuklein, dessen Aggregation im Gehirn eng mit der Pathogenese und der fortschreitenden Neurodegeneration verknüpft ist, der GLP-1-Rezeptor, dessen Aktivierung neuroprotektive Effekte haben könnte sowie zielgerichtete Stoffwechselwege bei genetischen Formen der Parkinson-Krankheit
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Schlaf ist mehr als bloße Erholung. Er ist ein grundlegender biologischer Prozess mit weitreichenden Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit. Doch seine komplexe Beziehung zu Krankheiten ist noch immer unzureichend verstanden. Schlafstörungen betreffen Millionen von Menschen. Sie können ein früher Hinweis auf neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson sein und haben somit auch prädiktives Potenzial. „Schlaf spielt bei Morbus Parkinson sowohl als Biomarker für frühe Krankheitsanzeichen als auch als therapeutisches Ziel eine zentrale Rolle“, erklärt Prof. Joseph Claßen, zweiter Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) e. V. anlässlich des Welt-Parkinson-Tages 2026. Sowohl REM-Schlaf als auch Tiefschlafphasen sind entscheidend für die Reinigung des Gehirns über das glymphatische System. Die KI-gestützte Analyse von Schlafmustern könnte helfen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und neue therapeutische Ansätze zu entwickeln.
Bewegung, Ernährung und Schlaf: Warum Lebensstilfaktoren bei Morbus Parkinson immer wichtiger werden
Morbus Parkinson ist tückisch: Die neurodegenerativen Hirnveränderungen beginnen oft still, Jahrzehnte vor dem ersten Zittern. Bei der Diagnose sind bereits viele dopaminerge Neuronen zerstört. Weltweit arbeiten Forschende an Biomarkern zur Früherkennung und an Medikamenten, die die Neurodegeneration bremsen oder sogar stoppen. Bis solche protektiven Therapien verfügbar sind, sind regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und gesunder Schlaf die bisher einzigen und wichtigsten Strategien, das Risiko und den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen. „Immer mehr aktuelle Studien deuten darauf hin, dass ein gesunder Lebensstil Entzündungen, Stoffwechselprozesse und die Regeneration des Gehirns positiv unterstützt“, betont Prof. Brit Mollen-hauer, dritte Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e. V. anlässlich des Welt-Parkinson-Tages am 11. April.
Digitalisierung und künstliche Intelligenz verändern die Medizin grundlegend – und bieten gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Parkinson neue Chancen. Die Parkinson Stiftung treibt diesen Wandel aktiv voran: „Wir schaffen ein vernetztes digitales Informationsangebot, das Menschen mit Parkinson und ihre Angehörigen wissenschaftlich fundiert begleitet – von der ersten Diagnose bis zu Alltagsfragen“, erklärt Prof. Jens Volkmann. Anlässlich des Welt-Parkinson-Tags 2026 stellt der erste Vorsitzende der Stiftung aktuelle Projekte vor – vom KI-Chatbot über Online-Veranstaltungen bis zur Förderung innovativer Forschung.
Das komplexe Zusammenspiel von Genetik, Umwelteinflüssen und neuen epidemiologischen Trends bei Parkinson steht vom 8.-10. Mai in Lübeck im Mittelpunkt. Der MDS-ES Fokus Workshop der Movement Disorder Society (MDS), European Section (ES), bietet fundierte Einblicke in die biologischen, molekularen und klinischen Dimensionen der Parkinson-Krankheit sowie in die translationalen Herausforderungen bei Diagnose, Behandlung und Prävention.
Wie gelingt eine alltagsnahe, evidenzbasierte Versorgung von Menschen mit Parkinson und anderen Bewegungsstörungen im multidisziplinären Team verschiedener Professionen? Diese Frage steht im Zentrum des Multidisziplinären Forums auf dem Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen, der vom 16. bis 18. April 2026 in Leipzig stattfindet. Das Format richtet sich sowohl an ärztliche als auch nicht-ärztliche Fachdisziplinen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychologie, Sozialarbeit und Pflege. Es bietet wissenschaftliche Beiträge zum aktuellen Stand der Forschung bei nicht-medikamentösen Interventionen und Versorgungsaspekten sowie Fortbildung in praxisnahen Sessions, Fallbeispiele und gemeinsamen Austausch.
Das Curriculum für Bewegungsstörungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in der Facharztweiterbildung Neurologie sowie an Fachärztinnen und -ärztinnen mit besonderem Interesse an Bewegungsstörungen.
Rund 400.000 Menschen sind in Deutschland an Parkinson erkrankt, global schätzungsweise über 10 Millionen. Die unheilbare Nervenkrankheit besser zu verstehen, zu behandeln und vielleicht eines Tages zu verlangsamen oder gar zu heilen, ist das Ziel vieler Forschender weltweit. Am Welt-Parkinson-Tag, dem 11. April, richtet sich der Blick auf die Wissenschaft: Welche Fortschritte gibt es bei Diagnose, Therapie und Prävention und welche Perspektiven eröffnet das für Menschen mit Parkinson?
Vom 22. bis 24. Februar 2026 findet in Würzburg die DBS2026 – 3rd Expert Summit on the Future of Deep Brain Stimulation – statt.
Die neue AG Junge Parkinsonforschung fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Sie bietet eine Plattform für Austausch und Vernetzung und unterstützt bei der Fördermittelakquise und Durchführung von Forschungsprojekten.
Die Parkinson Stiftung fördert mit insgesamt 300.000 Euro innovative Projekte der Parkinson-Forschung in den Kategorien präklinische Forschung/Neuroinflammation, klinische Forschung/digitale Diagnostik und erstmals Präventionsforschung.
16. bis 18. April in Leipzig, Frühbucherrabatt bis 31. Januar, www.dpg-kongress.de
Neue genetische Einblicke, präzisere Biomarker, innovative Wirkstoffe und moderne, KI-gestützte Neurotechnologien: Die Forschung zu Parkinson und Bewegungsstörungen erlebt weltweit dynamische Fortschritte. „Wer heute Menschen mit Parkinson behandelt oder dazu forscht, muss sein Wissen kontinuierlich aktualisieren,“ betont Prof. Kathrin Brockmann, erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) e.V.
Die Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG) schreibt 2026 die Förderlinie „Nicht‑medikamentöse Therapien bei Parkinson und Bewegungsstörungen“ aus.
Zeigt eure Forschung: Der Hochschulwettbewerb im Wissenschaftsjahr 2026 sucht die besten Kommunikationsprojekte von Nachwuchsforschenden rund um das Thema Medizin der Zukunft.
Die DPG startet eine neue Runde ihrer Wissenschafts- und Nachwuchsförderung. Bis zum 15. Februar 2026 können engagierte, Forscherinnen und Forscher ihre Arbeiten rund um neurodegenerative Erkrankungen einreichen.