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Ausschreibung Forschungspreis Parkinson-Tremor – Jetzt bewerben!

Die Parkinson Stiftung prämiert wissenschaftlich fundierte Konzepte zur symptomatischen Therapie des Parkinson-Tremors, die eine Alternative zur tiefen Hirnstimulation darstellen könnten und hat dafür den Forschungspreis Parkinson-Tremor ausgeschrieben.

Mutierte Gene – fehlgefaltete Proteine – synaptische Netze: Welcher Ansatz verspricht die Heilung von Morbus Parkinson?

Aufgrund der hohen phänotypischen Variabilität der Parkinson-Erkrankung gewinnen molekulare und strukturelle Erkenntnisse über die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen immer mehr an Bedeutung. „Während frühere Krankheitskonzepte von einem eher einheitlichen klinischen Verlauf ausgingen, zeigen neuere Kohortendaten, dass klinische Phänotypen und Krankheitsverläufe bei Menschen mit idiopathischen und atypischen Parkinson-Syndromen auch innerhalb der verschiedenen Krankheitsentitäten tatsächlich stark variieren“, sagte Prof. Günter Höglinger, Kongresspräsident und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) aus Hannover, auf dem Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen 2022. Genotypisierungen und entsprechende Analysen der Genexpressionsprofile liefern wichtige Hinweise auf den zu erwartenden Krankheitsverlauf und auf neue, zielgerichtete Therapieansätze.

Parkinson-Demenz und -Progression: neue Risiko-Genloki aufgedeckt

Etwa 30 bis 40 Prozent der Parkinson-Betroffenen entwickeln im Lauf der Zeit eine Parkinson-Demenz. Sie zählt zu den schwerwiegendsten Manifestationen mit dem größten Einfluss auf die Lebensqualität. Bisher sind keine therapeutischen Ansätze verfügbar, die die zugrunde liegende Neuropathologie verlangsamen, die vom Hirnstamm zum Cortex fortschreitet und klinisch mit der Progression von motorischen und anderen kognitiven Symptomen korreliert. „Die Anwendung moderner molekulargenetischer Ansätze hat in den letzten zehn Jahren verschiedene Risiko-Genloki identifiziert. Hierzu zählen RIMS2, TMEM108, WWOX, APOE und GBA, die im Zusammenhang mit der Anfälligkeit für Parkinson-Demenz und -Progression stehen“, erklärte Höglinger. [1] Indikatoren für eine schnellere Progression der Parkinson-Erkrankung sind beispielsweise auch höhere ADL-Scores (Activities of Daily Living, Verfahren zur Messung der Alltagskompetenz) und Symptome wie Freezing (plötzlich eintretendes, unvorhersehbares „Einfrieren“ von Bewegungen) und Steifheit bei Diagnosestellung, ergänzte der Experte. [2]

Genetische Vielfalt: GBA-Varianten an der Pathologie beteiligt

GBA-Varianten stehen zudem in Zusammenhang mit der Entstehung von behandlungsbedingten Komplikationen (z. B. „Wearing-off“-Effekte, Dyskinesien), Schlafanomalien wie Tagesschläfrigkeit und veränderten REM-Schlafmustern sowie motorischen Defiziten. Varianten des LRRK2-Gens begünstigen neben GBA ebenfalls das Fortschreiten von motorischen Symptomen. „Die Vielfalt der veränderten Genloki spielgelt auch die Vielfalt der Parkinson-Krankheit wider. Sie können in verschiedenen Kombinationen und Mutationen unterschiedliche Phänotypen mit unterschiedlichen Progressionsraten hervorbringen“, so die Einschätzung von Höglinger. [3]

Phänotypische Variation durch Ablagerung fehlgefalteter Proteine

Im Bereich der neurodegenerativen, kognitiven Veränderungen bei Morbus Parkinson rücken zunehmend Fehlfaltungen von Proteinen bei Tauopathien und Synucleinopathien in den Fokus der Forschung. Tauopathien gehen mit abnormen Filamentstrukturen des Tau-Proteins einher, die sich in Neuronen und Gliazellen ablagern. Die Ablagerungen führen zu einer fortschreitenden Funktionsstörung und zu Hirnatrophie. Treibermutationen beeinflussen Genexpressionsmuster und somit die Struktur von Proteinen. So ist beispielsweise die Entstehung der kortikobasalen Degeneration (CBD) – eine langsam-progrediente, neurodegenerative Erkrankung, die zu den atypischen Parkinson-Syndromen zählt – unter anderem mit Mutationen im Tau-Gen auf Chromosom 17 (MAPT-H1c-Haplotyp) assoziiert. Leitsymptome der CBD sind eine asymmetrisch auftretende Hypokinesie und Rigidität mit schlechtem Ansprechen auf L-Dopa sowie eine einseitige Apraxie der Extremitäten. „Mittlerweile werden Tauopathien je nach veränderter Filamentstruktur unterschiedlich klassifiziert, was zur gesicherten klinischen Diagnose und Identifizierung neuer Entitäten nützlich ist“, erläuterte der Experte. [4] Ähnlich wie Tau-Filamente können sich auch die Strukturen von α-Synuclein-Filamenten bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson unterscheiden. Die Synucleinopathie ist gekennzeichnet durch intrazelluläre Ablagerungen fehlgefalteter α-Synuclein-Filamente in Nerven- und Gliazellen. „Da die pathologischen Strukturen und Subtypen von α-Synuclein-Filamenten bei Morbus Parkinson noch nicht so detailliert aufgeklärt wurden, wird hierzu derzeit rege geforscht“, schilderte Höglinger. Die Konnektom-Forschung wird die Erkenntnisse zu den Protein-Fehlfaltungen von Tauopathien und Synucleinopathien aufgreifen und dahingehend untersuchen, inwieweit Nervenzellverbindungen die Ausbreitung von pathologischen Protein-Aggregaten kanalisieren. [5]

„Die neuen Erkenntnisse zu den genetischen und molekularen Krankheitsmechanismen und Ursachen heterogener Verläufe neurodegenerativer Krankheiten werden dazu beitragen, individuelle Therapieansätze ausfindig zu machen, die für ganz bestimmte Erkrankungssubtypen infrage kommen. Dieser Trend wird der personalisierten Diagnose und Therapie bei Morbus Parkinson neue Möglichkeiten eröffnen“, schlussfolgerte Höglinger.

Referenzen:

1 Liu G, Peng J, Liao Z, et al. Nat Genet. 2021;53(6):787-793.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33958783/
2 Bartl M, Dakna M, Schade S, et al. J Parkinsons Dis. 2022;12(1):437-452.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34719511/
3 Iwaki H, Blauwendraat C, Leonard HL, et al. Neurol Genet. 2019,15;5(4):e354.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31404238/
4 Shi Y, Zhang W, Yang Y, et al. Nature. 2021;598(7880):359-363.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34588692/
5 Schweighauser M, Shi Y, Tarutani A, et al. Nature. 2020;585(7825):464-469.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32461689/

Informationen für die Medien

Mehr zum Thema „Variabilität in Phänotyp und Progression bei Parkinson-Syndromen: Neurobiologische Ursachen und therapeutische Optionen“ erfahren Sie am Donnerstag, 24.3., von 10:30–12:00 Uhr im Präsidentensymposium unter Leitung von Prof. Höglinger (Hannover), Kongresspräsident, und Prof. Alexander Storch (Rostock), erster Vorsitzender der DPG. https://www.dpg-akbont-kongress-2021.de/programm/plenarsitzungen.html

Online-Pressekonferenz der DPG am Mittwoch, 23. März, von 10–11 Uhr
Informationen zu Programm und ReferentInnen und Akkreditierung unter https://parkinson-gesellschaft.de/die-dpg/presseservice. Gerne nehmen wir Sie auch in unseren Presseverteiler auf. Über die Kongresswebsite www.dpg-akbont-kongress-2021.de können Sie sich zusätzlich kostenlos für den virtuellen Kongress registrieren. Gerne vermitteln wir Interviews und stellen druckfähiges Bildmaterial zur Verfügung. Wir freuen uns über einen Hinweis auf Ihre Veröffentlichung oder Zusendung eines Belegs.

Pressemitteilung als PDF

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. (DPG)
c/o albertZWEI media GmbH
Dipl.-Biol. Sandra Wilcken
Tel.: +49 (0) 89 46148622; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Fachliche Kongressleitung und Kongressorganisation

Prof. Dr. med. Günter Höglinger, Kongresspräsident für die DPG
Prof. Dr. med. Frank Erbguth, Kongresspräsident für den AK Botulinumtoxin
PD Dr. med. Christoph Schrader, Kongresssekretär für die DPG
Prof. Dr. med. Katja Kollewe, Kongresssekretärin für den AK Botulinumtoxin

Klinische und molekulare Vielfalt der Parkinson-Krankheit(en): Brauchen wir neue Diagnosekriterien?

Morbus Parkinson ist eine chronische degenerative Nervenerkrankung, die zum Zeitpunkt des Auftretens individuell variabler Symptome meist bereits seit Jahren oder Jahrzehnten besteht. Um rechtzeitig entsprechende Therapien beginnen zu können, muss Parkinson früh erkannt und klar diagnostiziert werden. Im klinischen Alltag haben sich die internationalen Diagnosekriterien der UK Parkinson’s Disease Society Brain Bank (1998) und der International Movement Disorder Society (MDS, 2015) bewährt. Sie beruhen jedoch allein auf dem Vorliegen motorischer Symptome sowie dem positiven Ansprechen auf die Dopamin-Vorstufe L-Dopa. „Dabei weist in den letzten 10 Jahren eine zunehmende Zahl gut belegter Studien darauf hin, dass bereits zum Diagnosezeitpunkt die Anzahl nicht motorischer Symptome eine erhebliche Rolle spielt“, erklärte Prof. Dr. med. Claudia Trenkwalder, Leiterin des Kompetenznetzwerks Parkinson und Bewegungsstörungen an der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel sowie Past-Präsidentin der MDS, anlässlich des Deutschen Kongresses für Parkinson und Bewegungsstörungen 2022. Zudem haben neue Erkenntnisse zu potenziellen Biomarkern sowie genetischer Prädisposition und die Optimierung bildgebender Verfahren wie Magnetresonanztomographie wesentlich zur Früherkennung und Prognoseabschätzung beigetragen. „Wir müssen daher die Diagnosekriterien erweitern, um sogenannte Biomarker einzubeziehen und die Variabilität unter den Patientinnen und Patienten zu berücksichtigen.“

Parkinson-Diagnose: nicht motorische Symptome stärker berücksichtigen

Für die Diagnose der Parkinson-Krankheit sind motorische Symptome wie Bewegungsverlangsamung oder kleiner werdende Bewegungen (Akinese), Muskelsteifigkeit (Rigor), Zittern in Ruhe (Tremor) sowie ein positives Ansprechen auf L-Dopa von zentraler Bedeutung. Zum Diagnosezeitpunkt sollten laut Auffassung der Expertin auch nicht motorische Symptome stärker berücksichtigt werden. Das Spektrum ist groß und umfasst beispielsweise Riechstörungen, autonome Störungen wie gastrointestinale Störungen (Obstipation, Magenentleerungs-Störungen), aber auch Störungen der Schweißdrüsen- und Talgsekretion, Blutdruckregulationsstörungen (orthostatische Hypotonie), Gedächtnis- und Denkstörungen (kognitive Störungen) aller Schweregrade bis zur Demenz und psychiatrische Störungen wie Depression und Halluzinationen sowie Schlafstörungen, insbesondere die Traum-Schlaf-Verhaltensstörungen (RBD), aber auch Tagesschläfrigkeit. Kognitive Störungen und psychiatrische Störungen können sich auch wechselseitig beeinflussen. „Beeinträchtigungen der Kognition begünstigen scheinbar depressive Symptome bei PatientInnen mit Parkinson, sodass eine frühe Aufklärung und spezifische Interventionen nötig sind“, empfahl Trenkwalder [1].

Neue Biomarker zur Früherkennung von Parkinson

Darüber hinaus wurden in den vergangenen 10 Jahren zahlreiche Biomarker bei Parkinson entdeckt, die eine frühe Diagnose der Parkinson-Erkrankung ermöglichen. Biomarker sind charakteristische biologische Merkmale, die objektiv gemessen werden und auf einen normalen biologischen oder krankhaften Prozess im Körper hinweisen können. Als neue Biomarker mit diagnostischer Relevanz werden derzeit zum Beispiel Alpha-Synuclein-Messungen aus der Zerebrospinalflüssigkeit (Liquor) zur Früherkennung bei Parkinson diskutiert [2]. „Neben Liquor-basierten Biomarkern werden derzeit auch andere Kandidaten aus Blutproben, Haut und anderen Geweben erforscht, um die diagnostischen Möglichkeiten zur Früherkennung von Parkinson weiter auszubauen“, schilderte Trenkwalder.

Molekulargenetische Vielfalt der Parkinson-Krankheit

Auch spezielle Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanztomographie und nuklearmedizinische Methoden können die Diagnose Parkinson bestätigen, ebenso wie molekulargenetische Ansätze. Die Genetik kann eine Diagnose der Erkrankung nicht nur bestätigen, sondern manchmal auch verschiedene Ausprägungsgrade und Verläufe prognostizieren. So wurden aktuell verschiedene Genloki aufgedeckt, die im Zusammenhang mit einem erhöhten Demenzrisiko und Progression bei Parkinson stehen [3]. „Es wird immer deutlicher, dass die Diagnose einer Parkinson-Erkrankung weit über die Einschränkung des Patienten in seiner Beweglichkeit und das Zittern hinausgeht und viele Bereiche der Lebensqualität individuell beeinträchtigt sind. Diagnosekriterien jedoch sollten in einfacher Weise ein komplexes Krankheitsbild unter Berücksichtigung neuer Biomarker für die praktische Anwendung abbilden“, schlussfolgerte Prof. Trenkwalder.

Referenzen:

1 Schroeders U, Zimmermann J, Wicke T, et al. Neuropsychology. 2022;10.1037/neu0000795. doi:10.1037/neu0000795.
2 Poggiolini I, Gupta V, Lawton M, et al. Brain. 2021;awab431. doi:10.1093/brain/awab431.
3 Liu G, Peng J, Liao Z, et al. Nat Genet. 2021;53(6):787-793. doi:10.1038/s41588-021-00847-6.

Informationen für die Medien

Online-Pressekonferenz der DPG am Mittwoch, 23. März, von 10–11 Uhr
Informationen zu Programm und ReferentInnen und Akkreditierung unter https://parkinson-gesellschaft.de/die-dpg/presseservice. Gerne nehmen wir Sie auch in unseren Presseverteiler auf. Über die Kongresswebsite www.dpg-akbont-kongress-2021.de können Sie sich zusätzlich kostenlos für den virtuellen Kongress registrieren. Gerne vermitteln wir Interviews und stellen druckfähiges Bildmaterial zur Verfügung. Wir freuen uns über einen Hinweis auf Ihre Veröffentlichung oder Zusendung eines Belegs.

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Fachliche Kongressleitung und Kongressorganisation

Prof. Dr. med. Günter Höglinger, Kongresspräsident für die DPG
Prof. Dr. med. Frank Erbguth, Kongresspräsident für den AK Botulinumtoxin
PD Dr. med. Christoph Schrader, Kongresssekretär für die DPG
Prof. Dr. med. Katja Kollewe, Kongresssekretärin für den AK Botulinumtoxin

Digitalisierung und Vernetzung: Corona als Booster für die Parkinson-Versorgung – Chancen und Grenzen individuell ausloten

Seit Beginn der Covid-Pandemie im Jahr 2020 wurden viele Versorgungsstrukturen für Menschen mit Parkinson digital angepasst. Um insbesondere die ambulante Versorgung aufrechtzuerhalten, haben Kliniken und Praxen innovative Ansätze verfolgt und neue Wege beschritten. „Der hohe Innovationsdruck zur Entwicklung neuer Versorgungsmethoden bleibt bestehen und könnte in Zukunft deutliche Vorteile bringen. Jedoch ist der Zugang zu digitalen Angeboten nicht für alle Betroffenen gewährleistet“, sagte Prof. Dr. Lars Tönges, Leiter der Sektion Neurodegenerative Erkrankungen an der Neurologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum, auf dem Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen 2022. Als Co-Sprecher der Arbeitsgruppe „Netzwerke und Versorgung“ und Mitglied der Arbeitsgruppe „Telehealth-Services und Gesundheitstechnologien“ in der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) plädiert Prof. Tönges dafür, Behandlungspläne mit digitalen Elementen stets individuell auszuloten.

Die Covid-Pandemie stellte die medizinische Versorgung in vielen Bereichen vor große Herausforderungen. Da Menschen mit Parkinson per se und insbesondere diejenigen mit Bluthochdruck, chronischen Nierenerkrankungen sowie höherem Alter zur Risikogruppe für schwere Verläufe und erhöhte Mortalität nach Covid-19-Infektion zählen, wurde im Jahr 2020 ein dramatischer Rückgang der stationären Behandlungen verzeichnet. „Viele Patientinnen und Patienten mit Parkinson waren zu Beginn der Pandemie am sichersten in den eigenen vier Wänden aufgehoben. Auf dem Höhepunkt der Welle sank die Fallzahl der Krankenhausbehandlungen sogar um 70 Prozent, um die Risiken einer Sars-CoV-2-Infektion im Krankenhaus zu minimieren und Intensivkapazitäten sicherzustellen“, erläuterte Tönges. [1]

Fachärztliche Beratung in der virtuellen Sprechstunde

Die Versorgung von Menschen mit Parkinson ist komplex. Sie umfasst nicht nur die medikamentöse Therapie, sondern auch Begleittherapien wie beispielsweise Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie. Um die bestmögliche individuelle und ganzheitliche Behandlung sicherzustellen und die Progression der Erkrankung zu verlangsamen, ist ein aus mehreren Bausteinen bestehender Therapieplan notwendig, der oft engmaschige Kontrollen erfordert. Für ein routinemäßiges Monitoring zur Kontrolle, Beratung oder für Bewegungs-, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapien haben sich in der Pandemie Videosprechstunden etabliert. „Mit dem schnellen Ausbau des Angebots an Videosprechstunden konnten Parkinson-Patienten und -Patientinnen auch in der häuslichen Isolation oder gar Quarantäne eine fachärztliche Beratung und Begleitung erhalten“, berichtete Tönges. Allerdings kann die Verfügbarkeit von digitalen Angeboten in Deutschland regional stark variieren, gab der Experte zu bedenken.

Fernzugriff auf Hirnimplantate per App

Auch für die Anwendung von Wearables und Apps hat die Pandemie Fortschritte gebracht. Parkinson-Betroffene können zum Beispiel durch Sensoren erhobene Bewegungsprofile über das Internet mit den behandelnden ÄrztInnen teilen und diese dann in der Videosprechstunde oder telefonisch besprechen. Eine weitere vielversprechende neue Technik, deren Entwicklung durch die Covid-Pandemie beschleunigt wurde, ist die Überwachung von Schrittmachern zur Tiefen Hirnstimulation (THS) für die Behandlung von Menschen mit Bewegungsstörungen. Unabhängig von ihrem Standort können ÄrztInnen über eine App mit den Betroffenen kommunizieren und Einstellungen des Implantats in Echtzeit ändern. „Die neue Technik ermöglicht Menschen mit THS-Implantaten, die zur Einstellung der Neuromodulation bisher immer wieder eine zum Teil entfernt gelegene Klinik aufsuchen mussten, mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit“, so die Einschätzung von Prof. Tönges.

Digitale Technologien in der Akutversorgung nur begrenzt nutzbar

Bei bestimmten Aspekten der Akutversorgung stoßen digitale Technologien allerdings an ihre Grenzen, zum Beispiel bei Infekten, akinetischen Krisen, psychiatrischen Beschwerden sowie bei erforderlichen Dosisanpassungen von Medikamentenpumpen. Hinzu kommt, dass Parkinson-Betroffene mit fortgeschrittenem Krankheitsbild zur Teilnahme an video- und internetbasierten Angeboten oft Hilfe benötigen, die nicht immer durch Familienangehörige oder Pflegepersonal gewährleistet ist. Somit sind bei Weitem nicht alle in der Lage, digitale Versorgungsangebote zu nutzen. „In dieser Kohorte fielen phasenweise Routinesprechstunden oder Begleittherapien weg, was eine schnellere Progredienz der Erkrankung und Zunahme der Immobilisierung begünstigt hat“, erläuterte Prof. Tönges.

Persönliche Kontakte können durch keine Technologie ersetzt werden

Die Möglichkeiten der Versorgung von Menschen mit Parkinson sind vielfältiger geworden. Allerdings ist die Implementierung der Maßnahmen in Deutschland regional unterschiedlich weit fortgeschritten. Zudem seien in Bezug auf digitale Versorgungsmethoden zum Teil noch regulatorische Barrieren, aber auch hinsichtlich der Vergütung einige Hürden zu überwinden. Bestimmte Datenschutzaspekte zur Implementierung der elektronischen Patientenakte oder zur Ausstellung von e-Rezepten seien auch noch nicht abschließend geklärt, weshalb diese noch nicht flächendeckend in der Praxis angewendet werden können, gab Prof. Tönges zu bedenken. Sein Fazit: „Durch die Covid-Pandemie bleibt der hohe Innovationsdruck bestehen und erzwingt Neuentwicklungen, die in Zukunft deutliche Vorteile schaffen können. Die große Bedeutung des persönlichen Kontakts von Menschen mit Parkinson zu FachärztInnen, Therapierenden, Pflegenden und Angehörigen ist aber auch in Zukunft durch keine Technologie zu ersetzen.“

Referenz:

1 Scherbaum R, Kwon EH, Richter D, Bartig D, Gold R, Krogias C, and Tönges L. (2021), Clinical Profiles and Mortality of COVID-19 Inpatients with Parkinson’s Disease in Germany. Mov Disord, 36: 1049-1057. https://doi.org/10.1002/mds.28586

Informationen für die Medien

Kostenlose Teilnahme am Kongress
JournalistInnen können sich unter www.dpg-akbont-kongress-2021.de kostenlos für den virtuellen Kongress registrieren. Die Aufzeichnungen stehen allen Teilnehmenden nach dem Kongress 3 Monate lang online zur Verfügung. Gerne vermittelt Ihnen die DPG-Pressestelle individuelle Interviews und druckfähiges Bildmaterial. Wir freuen uns über einen Hinweis auf Ihre Veröffentlichung oder einen Beleg.

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Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. (DPG)
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Fachliche Kongressleitung und Kongressorganisation

Prof. Dr. med. Günter Höglinger, Kongresspräsident für die DPG
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PD Dr. med. Christoph Schrader, Kongresssekretär für die DPG
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Private Spenden beschleunigen Parkinson-Forschung

Die DPG treibt die Erforschung der Parkinson-Krankheit voran – auch dank privater Spenden. Ein u.a. von der DPG gefördertes Forschungsprojekt hat nun neue Wege eröffnet, Parkinson in einem Frühstadium zu bremsen: mit Medikamenten, die die Erregbarkeit bestimmter Hirnzellen dämpfen. Das Forschungsteam der Marburger Hochschulmedizin hat seine Ergebnisse in der Wissenschaftszeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Einladung zur Online-Pressekonferenz - Forschung in Bewegung: Neue Erkenntnisse zu Parkinson und Bewegungsstörungen

Die Parkinson-Krankheit und andere neurodegenerative Bewegungsstörungen bremsen oder sogar ihren Ausbruch stoppen: Dieses große Ziel ist dank neuer genetischer und molekularbiologischer Methoden in greifbarer Nähe. Die Erkenntnisse zu Krankheitsursachen und -mechanismen sind enorm gewachsen. Die präzisere phänotypische und molekularbiologische Charakterisierung von Krankheitsuntergruppen bereitet den Weg zur personalisierten Behandlung. Auch bei den symptomatischen und ursächlichen Therapien gibt es spannende Entwicklungen.

Im Vorfeld des Deutschen Kongresses für Parkinson und Bewegungsstörungen, der vom 24. bis 26. März 2022 rein virtuell stattfindet, lädt die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) am 23. März zu einer Online-Pressekonferenz. Interessierte Journalist:innen der Fach- und Publikumsmedien haben Gelegenheit, Neuigkeiten aus Therapie, Diagnostik und Versorgung mit renommierten Expertinnen und Experten zu diskutieren.

Pressekonferenz

Mittwoch, 23. März 2022, 10-11 Uhr

Programm (Änderungen vorbehalten)

Mutierte Gene – Fehlgefaltete Proteine – Synaptische Netze: Welcher Ansatz verspricht die Heilung der Parkinson-Krankheit?
Prof. Dr. Günter Höglinger, Kongresspräsident 2022 und DPG-Vorstandsmitglied, Direktor der Klinik für Neurologie, Medizinische Hochschule Hannover

Klinische und molekulare Vielfalt der Parkinson-Krankheit: Was hat sich geändert?
Prof. Claudia Trenkwalder, Chefärztin der Neurologie an der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel, Past-Präsidentin der International Parkinson and Movement Disorder Society (MDS)

Digitalisierung und Vernetzung: Corona als Booster für die Parkinson-Versorgung?
Prof. Lars Tönges, Leiter der Sektion Neurodegenerativen Erkrankungen an der Neurologische Klinik der Ruhr-Universität Bochum

Die Highlights beim Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen 2022
Prof. Alexander Storch, erster Vorsitzender der DPG, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Rostock

Registrierung Online-Pressekonferenz

https://parkinson-gesellschaft.de/pk-kongress

Vom 24. bis 26. März 2022 diskutieren Mediziner:innen und Wissenschaftler:innen diese Themen dann im Rahmen der virtuellen Kongressveranstaltung. Die wissenschaftlichen Veranstaltungen werden per Livestream übertragen und stehen anschließend als Aufzeichnung zur Verfügung. Ein eigener Programmteil, die „Multidisziplinäre Akademie“ wendet sich auch an Pflegekräfte und Therapeut:innen. Kostenlose Presse-Registrierung zu dieser von der DPG und dem Arbeitskreis Botulinumtoxin (AkBoNT) angebotenen Veranstaltung unter www.dpg-akbont-kongress-2021.de.

Pressevertreterinnen und -vertreter sind herzlich zu beiden Veranstaltungen eingeladen. Gerne unterstützten wir bei der Berichterstattung, vermitteln Interviews und stellen druckfähiges Bildmaterial zur Verfügung. Wir freuen uns über Hinweise auf Veröffentlichungen oder die Zusendung eines Belegs.

Pressemitteilung als PDF

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. (DPG)
c/o albertZWEI media GmbH
Dipl.-Biol. Sandra Wilcken
Tel.: +49 (0) 89 46148622; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.parkinson-gesellschaft.de/presse
www.dpg-akbont-kongress-2021.de

Fachliche Kongressleitung und Kongressorganisation

Prof. Dr. med. Günter Höglinger, Kongresspräsident für die DPG
Prof. Dr. med. Frank Erbguth, Kongresspräsident für den AK Botulinumtoxin
PD Dr. med. Christoph Schrader, Kongresssekretär für die DPG
Prof. Dr. med. Katja Kollewe, Kongresssekretärin für den AK Botulinumtoxin

Kann künstliche Intelligenz Parkinson auf Selfies erkennen?

Software könnte Frühwarnsignale für Parkinson per Webcam oder auf Selfies erkennen. Zukunftsmusik, sagen deutsche Expert:innen.

Eine Einschätzung zum Thema von Prof. Joseph Claßen, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen, erhalten Sie auf der Seite der Apotheken Umschau.

 

 

 

Parkinson-Kongress 2022 per Livestream: Highlights zum Schwerpunkt personalisierte Medizin

Zum zweiten Mal in Folge wird der Deutsche Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen vom 24. bis 26. März 2022 rein virtuell stattfinden. Ursprünglich als Präsenzkongress geplant, werden die wissenschaftlichen Kongressveranstaltungen pandemiebedingt nun doch ausschließlich per Livestream übertragen. Der Kongress umfasst das gesamte Spektrum neuester Entwicklungen bei Parkinson und anderen Bewegungsstörungen. Er ist interdisziplinär ausgerichtet und somit nicht nur für MedizinerInnen und WissenschaftlerInnen, sondern auch für alle beteiligten Fachkräfte in der Versorgung von Parkinson-PatientInnen informativ: In der Multidisziplinären Akademie werden spezifische Programminhalte mit reduzierten Gebühren auch für Therapierende und Pflegekräfte (z. B. Parkinson Nurses) angeboten. Studierende und JournalistInnen können kostenlos teilnehmen. Alle Aufzeichnungen stehen nach dem Kongress noch drei Monate lang zur Verfügung.

Terminhinweis für die Medien: Online-Pressekonferenz am Mittwoch, 23. März von 10-11 Uhr; Information und Registrierung unter https://parkinson-gesellschaft.de/die-dpg/presseservice

Zur optimalen Versorgung von Krankheitsuntergruppen gewinnen personalisierte Therapiestrategien auch bei Parkinson immer mehr an Bedeutung. Der diesjährige Kongress steht daher unter dem Motto „Personalisierte Diagnose – Personalisierte Therapie“. Direkt zum Auftakt des Kongresses widmet sich das Präsidentensymposium „Variabilität in Phänotyp und Progression bei Parkinson-Syndromen: Neurobiologische Ursachen und therapeutische Optionen“ (24.03.2022 | 10:30–12:00 Uhr) diesem Schwerpunktthema.

Präsidentensymposium: Krankheitsverläufe bei Parkinson komplexer als gedacht

Der Vorsitzende des Präsidentensymposiums, Prof. Günter Höglinger aus Hannover, Kongresspräsident und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG), ist auf den kollegialen Austausch gespannt. „Während frühere Krankheitskonzepte von einem eher einheitlichen klinischen Verlauf ausgingen, zeigen neuere Kohortendaten, dass klinische Phänotypen und Krankheitsverläufe innerhalb der Krankheitsentitäten stark variieren“, erläutert Höglinger. Zusammen mit den Referenten werden Prof. Höglinger und der erste Vorsitzende der DPG, Prof. Alexander Storch von der Klinik und Poliklinik für Neurologie in Rostock, die bisherige Evidenzlage zur Variabilität und ihre klinische Relevanz für die Patientenberatung und -betreuung einordnen.

Prof. Claudia Trenkwalder, Chefärztin der Neurologie an der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel, wird in ihrem Vortrag zunächst die klinische Variabilität der Phänotypen bei Parkinson vorstellen. Prof. Trenkwalder ist eine international renommierte Medizinerin im Bereich Parkinson und Past-Präsidentin der International Parkinson and Movement Disorder Society (MDS). Direkt im Anschluss wird Prof. Peter Heutink, hochdekorierter Genombiologe am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Tübingen, die genetische Vielfalt präsentieren und molekularbiologische Hintergründe zur besseren Charakterisierung der Parkinson-Krankheit, sowohl auf der Ebene des Genoms als auch des Transkriptoms, erläutern. Der international renommierte Neurowissenschaftler Prof. Michel Goedert, Leiter des Medical Research Council Laboratory of Molecular Biology in Cambridge, wird die aktuellsten Erkenntnisse zu den Auswirkungen spezifischer Protein-Fehlfaltungen bei neurodegenerativen Krankheiten vorstellen. Dr. Nicolai Franzmeier, Junior Research Group Leader am Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung der LMU München, erläutert seine Konnektom-Forschung, die untersucht, inwieweit Nervenzellverbindungen die Ausbreitung von pathologischen Protein-Aggregaten kanalisieren. Dieser umfassende Blick auf die molekularen und strukturellen Krankheitsmechanismen beleuchtet das aktuelle Verständnis der Ursachen und Therapieansätze für die heterogenen Verläufe neurodegenerativer Krankheiten.

Plenarsitzungen: Zielgerichtete Therapieansätze in der Forschungspipeline

In zwei Plenarsitzungen werden die neu gewonnenen Erkenntnisse aus der Molekulargenetik in den Kontext individualisierter, zielgerichteter Therapiestrategien bei Parkinson gestellt. Die Plenarsitzung „Entwicklung individualisierter krankheitsmodifizierender Therapien“ (25.03.2022 | 10:30–12:00 Uhr) unter Vorsitz von Prof. Höglinger wird neue, zielgerichtete Therapieansätze zur Diskussion stellen, die zum Beispiel gegen alpha-Synuclein, LRRK2 (Leucine Rich Repeat Kinase 2) oder GBA (Glucosylceramidase) gerichtet sind. „Aufgrund der stetig wachsenden Erkenntnisse zur molekularen Pathologie von Parkinson werden derzeit verschiedene Wirkstoffkandidaten klinisch geprüft. Inwiefern die aktuell laufenden und geplanten Studien den erhofften therapeutischen Durchbruch bei Parkinson ermöglichen, wird sich in naher Zukunft zeigen“, so Höglinger. Die Plenarsitzung „Individualisierung symptomatischer Therapien für Parkinson“ (26.03.2022 | 10:30–12:00 Uhr) unter Vorsitz von Priv.-Doz. Dr. med. Christoph Schrader, Neurologe in Hannover, wird den Status quo in Bezug auf kausale Therapieansätze mit Fokus auf orale und transdermale Optionen vorstellen. Zudem ist ein Ausblick auf potenziell frühzeitigere Anwendungen von intensivierten Folgebehandlungen mit Pumpentherapien geplant.

Rege Debatten zum Thema individualisierte Therapiestrategien

Zwei angesetzte Pro-Con-Debatten werden das Thema individualisierte Therapiestrategien bei Parkinson weiter abrunden. Der erste Termin wird vornehmlich atypische Verläufe behandeln: „Individualisierung von Diagnose und Therapie von Bewegungsstörungen: Lumping vs. Splitting“ (24.03.2022 | 14:30–16:00 Uhr). Die zweite Pro-Con-Debatte wird das Spannungsfeld zwischen Evidenz und Eminenz erörtern: „Personalisierte Therapie bei Morbus Parkinson und wissenschaftliche Qualität – ein Widerspruch?“ (25.03.2022 | 16:30–18:00 Uhr).

Plenarsitzung: Individualisiertes Vorgehen auch bei der Botulinumtoxintherapie

Der Kongress wird inhaltlich und organisatorisch von der DPG unter Leitung von Prof. Dr. Günter Höglinger und dem Arbeitskreis Botulinumtoxin e.V. (AkBoNT) unter Leitung von Prof. Dr. Frank Erbguth durchgeführt. Das wissenschaftliche Programm umfasst daher auch die aktuellen Einsatzgebiete von Botulinumtoxin bei Bewegungsstörungen und anderen Erkrankungen. „Auch in der Injektionspraxis der zervikalen Dystonie sind die Zeiten eines ,one fits all‘ vorbei: unter Berücksichtigung der Interaktion der Pathophysiologie der Dystonien mit der Botulinumtoxintherapie rückt eine individualisierte Vorgehensweise in den Vordergrund“, erklärt Prof. Erbguth. Diesem Thema widmet sich die Plenarsitzung „Interaktion der Pathophysiologie der Dystonien mit der Botulinumtoxintherapie: auf dem Weg zur individualisierten Therapie?“ (24.03.2022 | 16:30–18:00 Uhr) mit drei Vorträgen.

Aktuelles zu Behandlung der zervikalen Dystonie mit Botulinumtoxin

In der zweiten Plenarsitzung des Arbeitskreises Botulinumtoxin e.V. (AkBoNT) geht es um aktuelle Aspekte der Behandlung der zervikalen Dystonie (25.03.2022 | 14:30–16:00 Uhr). Hier wird die Bedeutung des Col-Cap-Konzepts für die Behandlung thematisiert und die Frage der formalen „Zulassungsbreite“ unterschiedlicher Muster der zervikalen Dystonien kritisch erläutert. Die Wirksamkeitsparameter eines neuen Botulinumtoxins – Daxibotulinumtoxin – bei der zervikalen Dystonie werden von der US-Expertin Cynthia Comella vorgestellt. Abgerundet wird die Sitzung mit einer Erörterung der sozialmedizinischen Aspekte der zervikalen Dystonie. Die Rolle von Botulinumtoxin abseits der Bewegungsstörungen wird am 24.03.2022 (14:30–16:00 Uhr) bei den Indikationen Sialorrhoe und Schmerz sowie in der Psychiatrie und Urologie vorgestellt und kritisch diskutiert. 

Wissenschaftliches Programm, Online-Registrierung und Newsletter: www.dpg-akbont-kongress-2021.de

Online-Pressekonferenz der DPG am Mittwoch, 23. März, von 10–11 Uhr

Informationen zu Programm, ReferentInnen und Akkreditierung unter https://parkinson-gesellschaft.de/die-dpg/presseservice. Gerne nehmen wir Sie auch in unseren Presseverteiler auf. Über die Kongresswebsite www.dpg-akbont-kongress-2021.de können Sie sich zusätzlich kostenlos für den virtuellen Kongress registrieren. Gerne vermitteln wir Interviews und stellen druckfähiges Bildmaterial zur Verfügung. Wir freuen uns über einen Hinweis auf Ihre Veröffentlichung oder Zusendung eines Belegs.

Pressemitteilung als PDF

Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen e.V. (DPG)
c/o albertZWEI media GmbH
Dipl.-Biol. Sandra Wilcken
Tel.: +49 (0) 89 46148622; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.parkinson-gesellschaft.de/presse
www.dpg-akbont-kongress-2021.de

Fachliche Kongressleitung und Kongressorganisation

Prof. Dr. med. Günter Höglinger, Kongresspräsident für die DPG
Prof. Dr. med. Frank Erbguth, Kongresspräsident für den AK Botulinumtoxin
PD Dr. med. Christoph Schrader, Kongresssekretär für die DPG
Prof. Dr. med. Katja Kollewe, Kongresssekretärin für den AK Botulinumtoxin

Forschung in Bewegung: der Deutsche Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen vom 24. bis 26. März in Hannover

Das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit und anderer neurodegenerativer Bewegungsstörungen bremsen oder sogar ihren Ausbruch verhindern: Dieses große Ziel rückt mit neuen genetischen und molekularbiologischen Methoden in greifbare Nähe. Über Meilensteine und Herausforderungen diskutieren internationale Fachleute aus Wissenschaft und klinischer Medizin vom 24. bis 26. März 2022 auf dem Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen. Mit einem eigenen interdisziplinären Programm und reduzierten Teilnahmegebühren richtet sich der Kongress explizit auch an Therapierende, Pflegekräfte und Parkinson-Nurses. Wer nicht vor Ort dabei ist, kann einen Teil des wissenschaftlichen Programms zu vergünstigten Gebühren per Livestream mitverfolgen. Die Aufzeichnung steht allen Teilnehmenden anschließend noch drei Monate lang zur Verfügung.

„In den letzten Jahren sind in diesem Bereich der Neurologie die Erkenntnisse zu Krankheitsursachen und -mechanismen enorm gewachsen. Die präzisere phänotypische und molekularbiologische Charakterisierung von Krankheitsuntergruppen bereitet den Weg zur individualisierten Medizin. Auch bei den symptomatischen und ursächlichen Therapien gibt es spannende Entwicklungen“, erklärt Prof. Günter Höglinger, Hannover, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) und einer der beiden Kongresspräsidenten neben Prof. Frank Erbguth, Nürnberg, vom Arbeitskreis Botulinumtoxin (AkBoNT). Beide Fachorganisationen veranstalten den Kongress gemeinsam.

Parkinson-Syndrome: individuelle Erkrankung mit vielen Gesichtern

Parkinson ist nicht gleich Parkinson, Symptome und Verlauf können sehr unterschiedlich sein. Um die neurobiologischen Ursachen der Variabilität bei Parkinson-Syndromen und ihre Bedeutung für die individuelle, personalisierte Therapie geht es beim Präsidentensymposium am ersten Kongresstag. „Während man früher davon ausging, dass es innerhalb der verschiedenen Parkinson-Syndrome einen einheitlichen klinischen Verlauf gibt, zeigen neue Kohortendaten eine große Variation“, sagt Prof. Höglinger. Er diskutiert das Thema mit Prof. Alexander Storch, dem ersten Vorsitzenden der DPG, und weiteren führenden Fachleuten – darunter Prof. Michel Goedert, Leiter des Medical Research Council Laboratory of Molecular Biology in Cambridge. Der international renommierte Neurowissenschaftler wurde für seine herausragende Forschung zu den molekularen Mechanismen neurodegenerativer Erkrankungen mehrfach ausgezeichnet.

Therapie von Bewegungsstörungen mit Botulinumtoxin

Parkinson ist eine der häufigsten neurodegenerativen Bewegungsstörungen. Allein in Deutschland sind etwa 400.000 Menschen daran erkrankt. Die Bandbreite der unwillkürlichen und unkontrollierten Bewegungsstörungen aufgrund neurologischer Erkrankungen ist aber größer: Sie umfasst auch Tremor, Chorea, Dystonie und Spastik. Die Therapie von Dystonien mit Botulinumtoxin ist Thema einer Plenarsitzung unter Leitung von Prof. Frank Erbguth: „Ursprünglich ging man davon aus, dass eine Botulinumtoxin-Injektion lediglich die Exekution pathologischer dystoner Bewegungen lähmt, ohne mit dem Gehirn zu interagieren. Doch es gibt Hinweise, dass sie auch zu einer zerebralen Reorganisation beiträgt.“ Auch die Individualisierung der Therapie mit Botulinumtoxin durch ultraschallgestützte Injektionen und die videobasierte Analyse dystoner Bewegungsstörungen auf Basis künstlicher Intelligenz werden diskutiert. Der Kongress umfasst außerdem den therapeutischen Einsatz des Nervengifts über die Bewegungsstörungen hinaus, etwa bei chronischer Migräne, neurologisch bedingter Sialorrhoe (unkontrollierter Speichelfluss) sowie bei urologischen und psychiatrischen Erkrankungen.

Klinische und wissenschaftliche Plattform für den interdisziplinären Austausch

„Der Kongress bildet mit Symposien, Plenarsitzungen, freien Vorträgen und Fortbildungsseminaren das gesamte Spektrum neuester Entwicklungen bei Parkinson und anderen Bewegungsstörungen ab. Er bietet allen, die in diesem Bereich forschen oder Betroffene betreuen, eine exzellente klinische und wissenschaftliche Plattform“, betont Kongresspräsident Prof. Höglinger. Das Programm richtet sich bewusst auch an jüngere Kolleginnen und Kollegen, deren Beiträge als Poster und freie Vorträge berücksichtigt werden. Auch für Pflege- und Gesundheitsfachpersonal im Bereich Parkinson und Bewegungsstörungen gibt es einen eigenen Programmteil, die „Multidisziplinäre Akademie“, und reduzierte Teilnahmegebühren. Der Kongress findet vor Ort im Hannover Congress Center statt. Ein Teil der wissenschaftlichen Veranstaltungen wird per Livestream übertragen. Die Aufzeichnungen stehen nach dem Kongress für alle Teilnehmenden noch drei Monate lang zur Verfügung.

Wissenschaftliches Programm, Online-Registrierung und Newsletter unter:
www.dpg-akbont-kongress-2021.de

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Fachliche Kongressleitung und Kongressorganisation

Prof. Dr. med. Günter Höglinger, Kongresspräsident für die DPG
Prof. Dr. med. Frank Erbguth, Kongresspräsident für den AK Botulinumtoxin
PD Dr. med. Christoph Schrader, Kongresssekretär für die DPG
Prof. Dr. med. Katja Kollewe, Kongresssekretärin für den AK Botulinumtoxin

www.dpg-akbont-kongress-2021.de

Hinweis für die Presse

Informationen zur Online-Pressekonferenz anlässlich des Kongresses finden Sie in Kürze unter www.parkinson-gesellschaft.de. JournalistInnen können sich über die Kongresswebsite auch kostenlos für den Kongress registrieren. Gerne vermitteln wir Interviews und stellen Ihnen druckfähiges Bildmaterial zur Verfügung. Wir freuen uns über einen Hinweis auf Ihre Veröffentlichung oder Zusendung eines Belegs.

DPG-Arbeitsgruppe „Netzwerke“ startet neue Patienten-Initiative

Wie im Vorfeld mit dem Vorstand diskutiert, ist aus der DPG-Arbeitsgruppe „Netzwerke“ eine ad hoc Initiative für ein Redaktionsboard Parkinsoninformationen hervorgegangen.

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