Jahresbericht als PDF zum Download
1. Zusammensetzung der AG, Stand 12/2024:
Die AG Neuropsychologie bei Parkinson besteht Ende 2024 aus 26 Mitgliedern. Die AG ist interdisziplinär aufgestellt, sodass u.a. Expertise aus den Bereichen (Neuro-)Psychologie, Psychotherapie, Gerontologie, Neurowissenschaften und Neurologie zusammenkommt.
Folgende Person ist 2024 der AG beigetreten:
- Elizabeth Hertel (Jena)
2. Neuwahl der AG-Sprecher:innen
In dem AG-Meeting am 26. April 2024 (Leipzig/online) fand die Wahl der AG-Sprecher:innen statt. Im Vorfeld hatten sich – abgesehen von den bisherigen AG-Sprecherinnen Inga Liepelt-Scarfone und Ann-Kristin Folkerts (Stellvertretung) keine Interessent:innen für die Wahl der AG-Sprecher:innen (+Stellvertretung) gemeldet. Zur Wahl standen damit Ann-Kristin Folkerts als AG-Sprecherin und Inga Liepelt-Scarfone als stellvertretende AG-Sprecherin. Das Ergebnis war einstimmig, sodass Ann-Kristin Folkerts und Inga-Liepelt-Scarfone als AG-Sprecherinnen bestätigt wurden, aber in geänderter “Reihenfolge”.
3. AG-Treffen
Das jährliche Treffen der AG erfolgte am 26. April 2024 als hybrides Meeting am Rande des Deutschen Kongresses für Parkinson und Bewegungsstörungen in Rostock. Neben der Wahl der AG-Sprecher:innen und einem Update aus den Fokusgruppen ging es insbesondere um eine Diskussion der zukünftigen AG-Ausrichtung, die in einem Online-Meeting am 11. November 2023 vorbereitet wurde. Folgende Ergebnisse konnten festgehalten werden:
- Zunehmende Beteiligung der AG an der Standardisierung von Diagnostik und Therapie: Optimierung der Maßnahmen der Therapie kognitiver Störungen bei Parkinson-Krankheit und Entwicklung praktisch umsetzbarer Therapien für den Einsatz in der ambulanten/stationären Rehabilitation sowie im niedergelassenen Versorgungsbereich
- Erhöhung der Außenwirkung der AG:
- Vermehrt Beiträge auf Kongresse einreichen (z.B. DGNP, generell mehr Konferenzen im Bereich Neurorehabilitation)
- Entwicklung von Quick Cards als Kommunikationsmittel zwischen Personen die an der Versorgung der Menschen mit Parkinson-Krankheit beteiligt sind. Ziel ist es Quick Cards zur Umsetzung der Leitlinien-konformen Empfehlungen im Bereich Diagnostik und Therapie zu entwerfen (Schwerpunkt: kognitive und affektive Störungen).
- In Kooperation mit dem Redaktionsboard (Parkinson Stiftung) sollen weitere Broschüren für die Umsetzung der Leitlinien-konformen Diagnostik und Therapie im Bereich Kognition sowie Affektive Störungen bei Parkinson-Krankheit entwickelt werden. Zusätzlich sollen nochmals separate leicht verständliche Broschüren für Patient*innen und Angehörigen zum Thema Kognition und Affektive Störungen entwickelt werden.
Das nächste Online-AG-Treffen wurde für Mitte 2025 beschlossen. Die einzelnen kooperienden AG-Mitglieder sowie Fokusgruppen terminierten weiterhin bilaterale Treffen.
4. Symposiumsbeiträge
Eine Vielzahl der AG-Mitglieder haben durch ihre Vorträge und Posterbeiträge auf dem Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen in Rostock maßgeblich zur Sichtbarkeit und zum fachlichen Austausch der Inhalte der AG beigetragen. Darüber hinaus wurde ein AG-Symposium mit dem Titel “Kognitive Störungen bei Morbus Parkinson: ein Update” mit Beiträgen von vier AG-Mitgliedern angenommen. Den Vorsitz des Symposiums überahmen die AG-Sprecherinnen Inga Liepelt-Scarfon und Ann-Kristin Folkerts.
5. Beitrag der AG an den S2k-Leitlinien Parkinson-Krankheit
Mehrere Mitglieder der Arbeitsgruppe waren maßgeblich an der 2023 veröffentlichten S2k-Leitlinie zur Parkinson-Krankheit beteiligt. Auf Grundlage dieser Leitlinienarbeit sind im Jahr 2024 wissenschaftliche Publikationen entstanden, die die Empfehlungen zusammenfassen und deren klinische Relevanz vertiefend darstellen:
- Kalbe, E., Folkerts, A. K., Witt, K., Buhmann, C., & Liepelt-Scarfone, I.; German Parkinson’s Guideline Group. (2024). German guidelines for the diagnosis and treatment of cognitive impairment and affective disorders in people with Parkinson´s disease: new spotlights on diagnostic procedures and nonpharmacological interventions. Journal of Neurology, 271(11), 7330–7357. doi: 10.1007/s00415-024-12503-0.
- Witt, K., Levin, J., van Eimeren, T., Hasan, A., & Ebersbach, G.; German Parkinson’s Guideline Group. (2024). Diagnostics and treatment of impulse control disorders, psychosis and delirium: systemic reviewbased recommendations - guideline "Parkinson's disease" of the German Society of Neurology. Journal of Neurology, 271(12), 7402–7421. doi: 10.1007/s00415-024-12576-x
6. Aktivitäten der Fokusgruppen
Ende 2024 waren sieben Fokusgruppen aktiv. Die Fokusgruppe “Psychiatrische Symptome bei Morbus Parkinson” (Sprecher: Björn Falkenburger) wurde aufgrund von Inaktivität am 26. April 2024 aufgelöst. Auf dem AG-Treffen am 26. April 2024 wurden folgende Aktivitäten der Fokusgruppen von den Sprecher:innen der Fokusgruppen berichtet:
Fokusgruppe 1: Kognition und Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) bei Morbus Parkinson (Sprecherin: Inga Liepelt-Scarfone)
- Zum Zeitpunkt des AG-Treffen befand sich das Paper zum Kooperationsprojekt „Assoziation zwischen Neurofilament light chain und instrumentellen Aktivitäten des täglichen Lebens bei Morbus Parkinson“ von Inga Liepelt-Scarfone und Björn Falkenburger im Reviewprozess.
- Im Rahmen der Promotion von Merle Bode (Tübingen) stand die Auswertung der Daten der LANDSCAPE Kohorte zum Thema „Assoziation zwischen Kognition und Aktivitäten des täglichen Lebens bei Morbus Parkinson“ als Vergleichskohorte zur ABC-PD Kohorte bevor.
- Die Empfehlungen der neuen S2k-Leitlinien Parkinson-Krankheit zur Diagnostik von Alltagsaktivitäten zur
Diagnosesicherung der Parkinson Demenz wurden auf dem DPG-Kongress 2024 in der Plenarsitzung von
Inga Liepelt-Scarfone vorgestellt. - Anja Ophey berichtete über die Auswertung der LANDSCAPE Daten zur longitudinalen Assoziation der
kognitiven Reserve und Kognition vor.
Fokusgruppe 2: Neuropsychologie bei Tiefer Hirnstimulation (Sprecher: Karsten Witt)
Björn Falkenburge berichtete über zwei Schwerpunktbereiche. Zum einen arbeiteten AG-Mitglieder an der Standardisierung der neuropsychologischen Testung vor Tiefenhirnstimulation, andererseits an der Bildung eines gemeinsamen Datensets zur Beurteilung der Effekte der Tiefen Hirnstimulation auf die Kognition.
Fokusgruppe 3: Psychosoziale Interventionen (Sprecherinnen Elke Kalbe & Ann-Kristin Folkerts)
- Ann-Kristin Folkerts berichtete über die monozentrische Interventionsstudie zur Therapie der Progredienzangst bei Morbus Parkinson der Uniklinik Köln. Es handelt sich um ein 3-armiges Studiendesign (Progredienzangst-spezifische psychosoziale Intervention vs. Achtsamkeitstraining (aktive Kontrollgruppe) vs. passive Kontrollgruppe. 42/135 geplanten Patient:innen konnten bereits rekrutiert werden.
- Die von Mitgliedern der AG erarbeiteten Empfehlungen der neuen S2k-Leitlinien Parkinson-Krankheit zur psychosozialen Intervention kognitiver Störungen wurden auf dem DPG-Kongress 2024 in der Plenarsitzung von Inga Liepelt-Scarfone vorgestellt.
- Zum Zeitpunkt des Meetings wurde eine Entscheidung über eine Weiterförderung zur Entwicklung einer Parkinsonschule für Menschen mit Parkinson-Krankheit und deren Angehörigen erwartet (multizentrisches Projekt; federführend durch Uniklinik Köln). Diese Projektförderung ist in 2024 nicht erfolgt.
- Im Rahmen der Ausschreibung „Leuchtturm-Projektverbund Parkinson“ der Parkinson Stiftung haben Elke Kalbe und Ann-Kristin Folkerts (Köln) einen Antrag zur Verbesserung der psychosozialen Versorgung bei Menschen mit Morbus Parkinson. Dieser berücksichtigt neben der Schulung von Patient*innen auch verschiedene Ansätze zu psychosozialen Intervention für Menschen mit Parkinson-Krankheit.
- Elke Kalbe trat als Sprecherin der Fokusgruppe psychosoziale Intervention zurück. Als Nachfolgerin wurde Ann-Kristin Folkerts einstimmig zur Sprecherin der Fokusgruppe gewählt.
Fokusgruppe 4: Exekutive Funktionen (Sprecher: Josef Kessler)
Ein aktueller Forschungsgegenstand der Fokusgruppe war 2024 die Entwicklung einer Parallelversion des Kölner Dysexekutivtests. Darüber wurde eine Validierungsstudie zu einem nicht-sprachlischen ADL-Fragebogen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen bei Parkinson-Krankheit geplant.
Fokusgruppe 5: Delir (Sprecher: Georg Ebersbach)
Federführende Erstellung des Kapitels “Delir bei Parkinson” für die S2k-Leitlinie Parkinson-Krankheit.
Fokusgruppe 6: Verfahren nicht-invasiver Neuromodulation (Sprecher: Lars Wojtecki)
Kein aktueller Bericht vorliegend.
Es wurde zudem der Antrag zur Gründung einer neuen Fokusgruppe zur Demenzprävention in Kooperation mit der DPG-AG Netzwerke und digitale Versorgung (Joint Fokusgruppe zwischen den AGs) unter der Leitung von Elke Kalbe gestellt. Ziel der neuen FG ist den Beitrag verschiedener Faktoren insbesondere Life-Style Faktoren
und medizinischer Faktoren an der Demenzprävention zu evaluieren und besser zu verstehen. Als erstes Ziel wurde festgelegt, dass die Fokusgruppe einen Fragebogen zum Thema entwickelt, der in der klinischen Routine eingesetzt werden kann und zukünftig ermöglicht effizienter Therapieverfahren zu entwickeln. Darüber hinaus sollen Informationsbroschüren für Patient:innen und Angehörige erstellt werden. Der Antrag zur Neugründung der FK wird einstimmig angenommen.
Dr. Ann-Kristin Folkerts
Sprecherin der AG
Prof. Dr. Inga Liepelt-Scarfone
Stellvertretende Sprecherin der AG