Zweck der Arbeitsgruppe ist es, die Früherkennung und Prävention der Parkinson-Krankheit innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen zu fördern, zu vernetzen und strukturell weiterzuentwickeln.
Die Parkinson-Krankheit wird in der klinischen Praxis meist erst diagnostiziert, wenn bereits ein erheblicher Anteil dopaminerger Neurone irreversibel verloren ist. Gleichzeitig ermöglichen klinische Risikomarker wie die isolierte REM-Schlaf-Verhaltensstörung, Hyposmie und autonome Dysfunktionen sowie α-Synuclein-Biomarker, bildgebende Verfahren und digitale Marker heute eine zunehmend präzise Identifikation von Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko.
Die Arbeitsgruppe „Früherkennung und Prävention" soll die unterschiedlichen Ansätze zur Identifikation und Charakterisierung prodromaler Parkinson-Stadien zusammenführen. Ziel ist eine integrierte Betrachtung früher Krankheitsstadien, die klinische, biomarkerbasierte, bildgebende, digitale und epidemiologische Perspektiven verbindet. Früherkennung wird dabei nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als Grundlage für die Entwicklung präventiver und krankheitsmodifizierender Strategien.
Wichtige Ziele der Arbeitsgruppe sind:
- die Vernetzung deutscher Zentren und Expert:innen im Bereich Früherkennung und Prävention
- die Zusammenführung von Ansätzen zu iRBD, Hyposmie, α-Synuclein-Biomarkern, Bildgebung, digitalen Markern und Epidemiologie
- der Aufbau eines gemeinsamen DPG-Registers für prodromale Parkinson-Kohorten
- die Schaffung von Transparenz über bestehende Kohorten, Untersuchungsprotokolle und Expertisen
- die Förderung multizentrischer Studien, Biomarker-Validierung und zukünftiger Präventionsprojekte
- die konzeptionelle Weiterentwicklung präventiver Strategien bei Parkinson
- die Diskussion ethischer und klinischer Implikationen früher Risikodiagnostik
- die Förderung junger Wissenschaftler:innen im Bereich Frühdiagnostik, Prodromalstadien und Prävention
Geplante Aktivitäten umfassen regelmäßige AG-Treffen, virtuelle Austauschformate, den Aufbau eines gemeinsamen Registers, thematische Symposien sowie die Entwicklung von Positionspapieren oder Empfehlungen zur Rolle der Früherkennung und Prävention bei Parkinson.
Durch die Bündelung bestehender Expertise und den Aufbau gemeinsamer Strukturen möchte die Arbeitsgruppe dazu beitragen, die DPG als zentrale Plattform für Parkinson-Früherkennung und präventionsorientierte Forschung in Deutschland zu stärken.