Vom 22. bis 24. Februar 2026 findet in Würzburg die DBS2026 – 3rd Expert Summit on the Future of Deep Brain Stimulation – statt. Ausrichter ist der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Sonderforschungsbereich (SFB) Retune 295 „Retuning dynamic motor network disorders by neuromodulation“. Erwartet werden über 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehr als 30 Nationen. Das wissenschaftliche Programm spiegelt die hohe Dynamik des Fachgebiets wider und umfasst klinische, experimentelle sowie technologische Beiträge aus der Neurologie, Neurochirurgie, Neuroengineering und angrenzenden Disziplinen.
Organisiert wird der Kongress von Andrea Kühn und Jens Volkmann gemeinsam mit Cordula Matthies und Friedhelm Hummel im Organisationskomitee. Die wissenschaftliche Koordination liegt am Universitäts-klinikum Würzburg in enger Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern.
Wissenschaftliche Bedeutung der Tiefen Hirnstimulation
Die Tiefe Hirnstimulation (THS/DBS) ist ein etabliertes Verfahren der funktionellen Neurochirurgie und wird erfolgreich bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, essentiellem Tremor, Dystonien sowie bei ausgewählten psychiatrischen und chronischen Schmerzsyndromen eingesetzt. Durch die gezielte elektrische Modulation spezifischer Hirnregionen können krankhafte Netzwerkaktivitäten beeinflusst und Symptome nachhaltig gebessert werden.
In den vergangenen Jahren hat sich die DBS von einer rein symptomorientierten Therapie zu einem hochpräzisen neuromodulatorischen Ansatz weiterentwickelt. Moderne adaptive „closed loop“-Systeme ermöglichen eine individualisierte, dynamische Anpassung der Stimulation in Abhängigkeit neuronaler Signale. Damit rückt die Therapie zunehmend in die Nähe intelligenter Neurotechnologien, die perspektivisch mit Hirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer Interfaces, BCI) verschmelzen. Solche Systeme erlauben nicht nur die Modulation, sondern auch das Auslesen neuronaler Aktivität in Echtzeit – ein zentrales Zukunftsthema, das auf dem Kongress intensiv diskutiert wird.
Die Forschung im Umfeld des SFB Retune versteht Hirnerkrankungen als Netzwerkstörungen und zielt auf eine individualisierte, adaptive Neuromodulation auf Grundlage eines vertieften Verständnisses neuronaler Schaltkreise ab. Die DBS2026 bildet hierfür eine internationale Plattform.
Internationale Spitzenforschung in Würzburg
Mehr als 170 wissenschaftliche Beiträge wurden im Rahmen des Call for Abstracts eingereicht und werden als Poster präsentiert und diskutiert. Diese strukturieren den wissenschaftlichen Austausch und fördern den internationalen Dialog über neueste Forschungsergebnisse, methodische Innovationen und translationale Ansätze.
Neben State-of-the-Art-Vorträgen und thematischen Debatten widmet sich der Kongress insbesondere der Weiterentwicklung intelligenter, datengetriebener Neuromodulationssysteme. Im Mittelpunkt stehen personalisierte Therapieansätze, die Integration künstlicher Intelligenz in klinische Abläufe sowie die technologische Konvergenz mit Brain-Computer-Schnittstellen.
Weitere Informationen und das vollständige Programm: www.dbs-expertsummit.de