Aktuelles

Leben mit Parkinson: Frank Elstner beim Welt-Parkinson-Tag am Mittwoch 14. April 2021

Frank Elstner im Gespräch mit Menschen, die trotz Parkinson ihr Leben meistern – wer das live erleben möchte, kann sich unter www.welt-parkinson-tag.org kostenlos für den digitalen Welt-Parkinson-Tag 2021 registrieren. Die Veranstaltung wird am 14. April 2021 von 15-18 Uhr von der Parkinson Stiftung gemeinsam mit Partnern angeboten, um auf die Erkrankung und die Situation von Betroffenen aufmerksam zu machen.

Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische Parkinson-Forschung entscheidend!

„Die Parkinson-Wissenschaft ist davon überzeugt, dass wir bis 2030 die ersten ursächlichen Therapien im Einsatz haben könnten. Damit können wir das Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung und anderer Bewegungsstörungen bremsen oder sogar ihr Auftreten verhindern“, stellt Prof. Dr. med. Günter Höglinger fest. Er ist Direktor der Neurologischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover und Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG). Höglinger forderte heute zum virtuellen Live-Kongress „Parkinson und Bewegungsstörungen – Highlights Digital“ den gesamtgesellschaftlichen und politischen Willen, diese Krankheiten konsequenter zu bekämpfen. Die Wissenschaft habe mittlerweile das notwendige Know-how.

Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung

Wer eine zeitgemäße Parkinson-Therapie ernst nimmt, muss Parkinson-PatientInnen individuell behandeln. Mit diesem Appell verweisen Spezialisten auf die wichtige Rolle der multidisziplinären Versorgung: ÄrztInnen, Pflegefachkräfte und TherapeutInnen arbeiten eng zusammen. „Der fachliche Austausch zwischen den verschiedenen Disziplinen ist eine wichtige Voraussetzung für eine ganzheitliche und effiziente Versorgung von Menschen mit Parkinson“, sagt Prof. Dr. med. Georg Ebersbach, Leiter des Parkinson-Zentrums Beelitz-Heilstätten. Wie die multidisziplinäre Behandlung im Krankenhaus konkret aussehen und verbessert werden kann, diskutieren ÄrztInnen und andere Berufsgruppen am 5. März 2021 in der „Multidisziplinären Akademie“, einer kostenlosen Online-Fortbildung für Pflege- und Gesundheitsfachberufe. Das Angebot ist Teil des virtuellen Live-Kongresses „Parkinson und Bewegungsstörungen – Highlights Digital“ der von der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) und dem Arbeitskreis Botulinumtoxin (AkBoNT) veranstaltet wird.

Tau-Antikörper gegen neurodegenerative Erkrankungen: neue Erkenntnisse aus weltweiter klinischer PSP-Studie

Die Progressive Supranukleäre Blickparese (PSP) ist eine chronisch-fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die wie die Alzheimer-Erkrankung zu den sogenannten Tauopathien zählt. Bislang sind diese Erkrankungen nicht ursächlich behandelbar. Monoklonale Antikörper gegen das Tau-Protein gelten als vielversprechende Therapiestrategie. Eine heute in „Lancet Neurology“ publizierte weltweite Phase-II-Studie [1] mit dem monoklonalen Antikörper Tilavonemab zeigt die Möglichkeiten und Herausforderungen auf: „Wir konnten zeigen, dass der Antikörper sicher ist und er das Tau-Protein im zentralen Nervensystem erreicht. Diese Ergebnisse sind wichtig, um in weiteren Studien mit modifiziertem Antikörper-Design nun die therapeutische Wirkung zu aktivieren“, so Studienleiter Professor Günter Höglinger, Direktor der Klinik für Neurologie an der Medizinischen Hochschule Hannover und Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG).

Prof. Wolfgang Oertel feiert seinen 70. Geburtstag

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) gratuliert Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang H. Oertel zu seinem 70. Geburtstag am 15. Februar 2021.

Multidisziplinäre Akademie Parkinson: Fortbildungsangebot für Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte

MedizinerInnen, TherapeutInnen und Pflegekräfte, die Patienten mit Parkinson, Dystonie und Spastik betreuen, haben am 5. März 2021 die Gelegenheit, sich gemeinsam fortzubilden. Ziel des virtuellen Programms mit dem Titel „Multidisziplinäre Akademie“ ist es, neben ÄrztInnen auch VertreterInnen aus Pflege- und Gesundheitsfachberufen, Sprach-, Ergo- und BewegungstherapeutInnen sowie Parkinson-Nurses über die aktuellen Entwicklungen im Fach zu informieren und den Dialog zwischen den verschiedenen Berufsgruppen zu fördern. Das Angebot ist Teil der virtuellen Live-Veranstaltung „Parkinson und Bewegungsstörungen – Highlights Digital“, die am 4. und 5. März 2021 in Vorbereitung auf den Deutschen Kongress für Parkinson und Bewegungsstörungen 2022 stattfindet.

Pressekonferenz Personalisierte Therapie und interdisziplinäre Versorgung bei Parkinson und Bewegungsstörungen

Im Vorfeld ihres diesjährigen virtuellen Parkinson-Events lädt die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) am 3. März zu einer Pressekonferenz ein.

Jahresbericht 2020 AG nicht-motorische Symptome

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Zusammensetzung der AG, Stand 12/2020:

PD Dr. Haidar Dafsari (Uniklinik Köln)
Prof. Dr. Lars Timmermann (Uniklinik Gießen und Marburg, Campus Marburg)
Prof. Alfons Schnitzler (Uniklinik Düsseldorf)
Prof. Alexander Storch (Universitätsmedizin Rostock)
Dr. Lisa Klingelhöfer (Uniklinikum Dresden)
Dr. Anna Sauerbier (Uniklinik Köln und King’s College London)
Korrespondierendes Mitglied der Movement Disorders Society Non-Motor Parkinson Disease Study Group: Prof. K. Ray Chaudhuri (King’s College London)

Aktivitäten der Fokusgruppe 1: Differentialtherapie des fortgeschrittenen M. Parkinson

Im Rahmen der Fokusgruppe 1 werden nationale und internationale Registerdaten ausgewertet, um die Effekte invasiver Therapien (Tiefe Hirnstimulation, intrajejunale Levodopa- und Apomorphin-Infusion) zu vergleichen. Diese Arbeit ist eine Fortsetzung der EuroInf- und EuroInf 2-Studien und erfolgt in einem internationalen Forschungsverbund mit Kooperationspartnern der Movement Disorders Society Non-Motor Parkinson Disease Study Group. Perspektivisch sollen auch die nicht-motorischen Wirkprofile neuer invasiver Therapieoptionen ausgewertet werden.

Aktivitäten der Fokusgruppe 2: Tiefe Hirnstimulation

Die klinische Datenbank wurde mit präoperativer MRT- und postoperativer CT-Bildgebung von 150 Patienten ergänzt. Anhand dieser Daten werden „volume of tissue activated“ und Connectomic Analysen gerechnet und die Rolle von Atrophie auf die nicht-motorischen Ergebnisse der Tiefen Hirnstimulation untersucht. Methodisch erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Horn (Charité Berlin und Brigham and Women’s Hospital Boston).

Treffen der AG

Die AG trifft sich das nächste Mal im 2 Halbjahr 2021.

 

PD. Dr. Haidar Dafsari
Sprecher der AG
Köln, 13.01.2021

Jahresbericht 2020 AG Atypische Parkinson-Syndrome

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Im Jahr 2020 hat die Arbeitsgruppe Atypische Parkinson Syndrome der DPG folgende Projekte realisiert:

    1. Mit Unterstützung der DPG erfolgte der weitere Aufbau einer nationalen prospektiven Beobachtungsstudie für PSP Patienten (ProPSP). Die multizentrische Rekrutierung erfolgt an 25 Institutionen in Deutschland und Österreich.
      • Mehr als 270 PSP Patienten konnten bereits in die ProPSP Studie rekrutiert werden.
      • Der aktuelle Stand der ProPSP Studie wurde bei Frontiers Neurology zur Publikation eingereicht: Respondek G, Höglinger GU, for the DESCRIBE-PSP and the ProPSP study groups. DescribePSP and ProPSP: German multicenter networks for standardized prospective collection of clinical data, imaging data and biomaterials of patients with a progressive supranuclear palsy. Frontiers Neurology, submitted.
    2. Eine digitale Konferenz zum gegenseitigen Informationsaustausch und zur Planung gemeinsamer Aktivitäten wurde angesichts der Covid-19-Pandemie anstelle eines in personam Treffens im April 2020 durchgeführt.
    3. Im Rahmen der ProPSP Studie hat die Arbeitsgruppe folgende klinischen Skalen entwickelt:
      • Progressive Supranuclear Palsy Clinical Deficits Scale (Piot et al., Movement Disord. 2020 Apr;35(4):650-661)
      • Modified Progressive Supranuclear Palsy Rating Scale (Grötsch et al. Movement Disord. 2021 Jan 29. doi: 10.1002/mds.28470)
    4. Mehrere Subprojekte der ProPSP Beobachtungsstudie werden durchgeführt:
      • Ocular Coherence Tomography (OCT) als objektiver Marker zur Differentialdiagnose und Progressionsmarker (Koordination: Elmar Pinkhardt);
      • Apparative und klinische Okulomotorik-Messung als objektiver Progressionsmarker (Koordination: Andreas Zwergal, Jan Kassubek);
      • Pupillomotorik bei PSP als möglicher diagnostischer Marker (Koordination: Monika Pötter-Nerger);
      • MRT: longitudinale prospektive Verlaufsuntersuchungen (Koordination: Jan Kassubek / Günter Höglinger);
      • PSP-FTD Overlap: klinische Schnittstelle prospektiv charakterisieren (Koordination: Anja Schneider, Günter Höglinger);
      • Dysphagie: Screening Tool für klinisch relevante Dysphagie entwickeln und validieren (Koordination: Tobias Warnecke);
      • Tau-PET bei Patienten mit PSP bzw. CBS (Thilo van Eimeren / Matthias Brendel / Günter Höglinger);
      • Brain Banking: zur klinisch-pathologischen Korrelation.
    5. Mehrere didaktische Arbeiten zur Weiterbildung der allgemeinen Ärzteschaft über die atypischen Parkinson Syndrome wurden erstellt:
      a. Iankova V, Respondek G, Saranza G, Painous C, Cámara A, Compta Y, Aiba I, Balint B, Giagkou N, Josephs KA, Otsuki M, Golbe LI, Bhatia KP, Stamelou M, Lang AE, Höglinger GU; Movement Disorder Society-endorsed PSP Study Group. Video-tutorial for the Movement Disorder Society criteria for progressive supranuclear palsy. Parkinsonism Relat Disord. 2020 Sep;78:200-203. doi: 10.1016/j.parkreldis.2020.06.030. Epub 2020 Sep 22. PMID: 32988736.
      b. Pellecchia MT, Stankovic I, Fanciulli A, Krismer F, Meissner WG, Palma JA, Panicker JN, Seppi K, Wenning GK; Members of the Movement Disorder Society Multiple System Atrophy Study Group. Can Autonomic Testing and Imaging Contribute to the Early Diagnosis of Multiple System Atrophy? A Systematic Review and Recommendations by the Movement Disorder Society Multiple System Atrophy Study Group. Mov Disord Clin Pract. 2020 Sep 3;7(7):750-762. doi: 10.1002/mdc3.13052. PMID: 33043073; PMCID: PMC7533961.
      c. Zella MAS, Bartig D, Herrmann L, Respondek G, Höglinger G, Gold R, Woitalla D, Krogias C, Tönges L. Hospitalization Rates and Comorbidities in Patients with Progressive Supranuclear Palsy in Germany from 2010 to 2017. J Clin Med. 2020 Jul 31;9(8):2454. doi: 10.3390/jcm9082454. PMID: 32751888; PMCID: PMC7465231.
      d. Stamelou M, Höglinger GU. The "zig-zag" sign in progressive supranuclear palsy - The slowness of vertical saccades was the clue. Parkinsonism Relat Disord. 2020 Dec 27;83:6-7. doi: 10.1016/j.parkreldis.2020.12.010.
    6. Im März 2016 ist in München ein internationales Konsensus-Meeting zur Revision der Diagnostischen Kriterien der PSP durchgeführt worden. Die Mitglieder der DPG AG Atypische Parkinson Syndrome waren zahlreich vertreten (Günter Höglinger, Gesine Respondek, Brit Mollenhauer, Ulrich Müller, Thomas Arzberger, Armin Giese, Jan Kassubek, Peter Nestor, Wolfgang Oertel, Thilo van Eimeren).
      Im Jahr 2020 wurden zwei Validierungsstudien publiziert:
      a. Respondek G, Grimm MJ, Piot I, Arzberger T, Compta Y, Englund E, Ferguson LW, Gelpi E, Roeber S, Giese A, Grossman M, Irwin DJ, Meissner WG, Nilsson C, Pantelyat A, Rajput A, van Swieten JC, Troakes C, Höglinger GU; Movement Disorder Society-Endorsed Progressive Supranuclear Palsy Study Group. Validation of the movement disorder society criteria for the diagnosis of 4-repeat tauopathies. Movement Disorders 2020 Jan;35(1):171-176.
      b. Grimm MJ, Respondek G, Stamelou M, Arzberger T, Ferguson L, Gelpi E, Giese A, Grossman M, Irwin DJ, Pantelyat A, Rajput A, Roeber S, van Swieten JC, Troakes C, Meissner WG, Nilsson C, Piot I, Compta Y, Rowe JB, Höglinger GU; Movement Disorder Society-Endorsed PSP Study Group. Clinical Conditions "Suggestive of Progressive Supranuclear Palsy"-Diagnostic Performance. Mov Disord. 2020 Dec;35(12):2301-2313. doi: 10.1002/mds.28263. Epub 2020 Sep 11.
    7. Neuartige Tau PET Tracer wurden an zwei beteiligten Zentren etabliert und evaluiert:
      a. Brendel M, Barthel H, …, Levin J, Höglinger GU, Drzezga A, Seibyl J, Sabri O. Assessment of 18F-PI-2620 as a Biomarker in Progressive Supranuclear Palsy. JAMA Neurol. 2020;77:1408-1419
      b. Brendel M, Schönecker S, Höglinger GU, Lindner S, …, J. Levin, A. Rominger. [18F]-THK5351 Tau-PET Correlates with Topology and Symptom Severity in Progressive Supranuclear Palsy. Frontiers in Aging Neuroscience. 2018 17;9:440.
    8. Pathologische und genetische Analysen erfolgten im Rahmen des Brainbankings im Rahmen der PSP Beobachtungsstudien:
      a. Jabbari E, Koga S, Valentino RR, Reynolds RH, Ferrari R, Tan MMX, Rowe JB, Dalgard CL, Scholz SW, Dickson DW, Warner TT, Revesz T, Höglinger GU, Ross OA, Ryten M, Hardy J, Shoai M, Morris HR; PSP Genetics Group. Genetic determinants of survival in progressive supranuclear palsy: a genome-wide association study. Lancet Neurol. 2021 Feb;20(2):107-116.
      b. Kovacs GG, Lukic MJ, Irwin DJ, Arzberger T, Respondek G, Lee EB, Coughlin D, Giese A, Grossman M, Kurz C, McMillan CT, Gelpi E, Compta Y, van Swieten JC, Laat LD, Troakes C, Al-Sarraj S, Robinson JL, Roeber S, Xie SX, Lee VM, Trojanowski JQ, Höglinger GU. Distribution patterns of tau pathology in progressive supranuclear palsy. Acta Neuropathol. 2020 Aug;140(2):99-119.
      c. Jecmenica Lukic M, Kurz C, Respondek G, Grau-Rivera O, Compta Y, Gelpi E, Troakes C; Barcelona Brain Bank collaborative group, the MDS-endorsed PSP study group, van Swieten JC, Giese A, Roeber S, Arzberger T, Höglinger G. Copathology in Progressive Supranuclear Palsy: Does It Matter? Mov Disord. 2020 Jun;35(6):984-993.
    9. Randomisierte, Placebo-kontrollierte, multizentrische Studien:
      a. Ergebnisse der ARISE Studie (Tau-Antikörper bei PSP, UCB) werden publiziert:
      Höglinger G, Litvan I, Mendonca N, Wang D, Zheng H, Rendenbach-Mueller B, Kei Lon H, Jin Z, Fisseha N, Budur K, Gold M, Ryman D, Florian H, on behalf of the ARISE Investigators. Evaluation of tilavonemab (ABBV-8E12) in progressive supranuclear palsy: results from a phase 2, randomised, placebo-controlled, multicentre study. Lancet Neurology, in press
      b. Folgende konnten für die Studiengruppe implementiert werden:
      Tau-Antikörper bei PSP (UCB),
      Tau Antisense Oligonucleotide bei PSP (Novartis),
      Alpha-Synuclein Antisense Oligonucleotide bei MSA (Biogen)
      c. Weitere Therapiestudien zu atypischen Parkinson Syndromen sind in Vorbereitung.

Wir danken der DPG für die großzügige Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Günter Höglinger
Klinik für Neurologie
Medizinische Hochschule Hannover

Jahresbericht 2020 AG Niedergelassene Ärzte

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Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Niedergelassene Ärzte in der Deutschen Parkinson Gesellschaft sind:

Dr. Dirk Becker, Dr. Reinhard Ehret, Dr. Heinz Herbst, Dr. Werner Hofmann, Dr. Martina Müngersdorf, Dr. Robert Pfister; Dr. Frank Siebecker, Alexander Simonow; Dr. lngmar Wellach. Sprecher: Dr. Reinhard Ehret

Die Arbeitsgruppe möchte bestehende Defizite in der leitliniengerechten Versorgung von Parkinsonpatientinnen und – Patienten identifizieren und durch konkrete Maßnahmen verbessern. Es besteht eine enge Kooperation mit der AG Netzwerke und Versorgung.

  • Die Pandemie stellt alle, natürlich auch die ParkinsonpatientInnen und – Versorger vor besondere Herausforderungen. Die Gruppe nutze strenge Hygiene-Praxiskonzepte, zusätzliche Video- und Telefonsprechstunden, um die Versorgung auch in der Pandemie aufrecht zu erhalten.
  • Versorgungsforschung: Vertreter der Arbeitsgruppe nahmen an epidemiologischen Studien und Studien zur Versorgungsforschung teil und publizierten die Ergebnisse.
    Wellach, I „Teil eines Parkinson-Versorgungsnetzes“. Schwerpunkt Parkinson-Netze. dPV-Mitgliederzeitschrift Leben mit Zukunft; Nr. 142 –3/2017. S 16-9.
    Heinzel, S., Berg, D., Binder, S., Ebersbach, G., Hickstein, L., Herbst, H., Lorrain, M., Wellach, I., Maetzler, W., Petersen, G., Schmedt, N., Volkmann, J., Woitalla, D. & Amelung, V. (2018). Do We Need to Rethink the Epidemiology and Healthcare Utilization of Parkinson’s Disease in Germany? Front Neurol 2018(9). [Published online 2018 Jun 29].
    Binder, S., Groppa, S., Woitalla, D., Müller, T., Wellach, I., Klucken, J., Eggers, C., Liersch, S. & Amelung V. (2018). Patientenperspektive auf die Versorgungssituation im Krankheitsbild Morbus Parkinson in Deutschland – eine Querschnittserhebung. Aktuelle Neurol 2018. [Epub ahead of print 2018 Jul 7].
    Lingor P, Claßen J, Herbst H, Storch A, Urban P, Wellach I, Jost WH. Therapie der End-of-Dose-Fluktuationen: Notwendigkeit eines individualisierten Vorgehens. Treatment of end-of-dose fluctuations: the need for an individualized approach. Fortschr Neurol Psychiatr 2018; 86(S 01): S59-S62. DOI: 10.1055/a-0583-8460. © Georg Thieme Verlag KG Georg Thieme Verlag KG Stuttgart

Weitere Durchführung von Versorgungsforschung in den beteiligten Praxen ist geplant. Inhalte, rechtliche Bedingungen, mögliche Datenbanken, die konkrete Implementierung in den Praxen, Nutzung möglicher Daten und Finanzierung des Projekts wurden konsentiert.

Die Datenerfassung soll prospektiv für alle in spezialisierten Praxen behandelten Parkinson Patienten erfolgen und mit Hilfe einer internetbasierten Datenbank umgesetzt werden. Aufbau und Struktur der Datenbank sollen mit den an Parkinson Forschungseinrichtungen erprobten Datenbanken kompatibel sein, um Vergleiche mit den Patientenkollektiven an klinischen Zentren zu ermöglichen.

Im Einzelnen sollen durch das Datenbank Projekt u.a. folgende Fragen beantwortet werden:

  • strukturierte Erfassung von Patientenbefunden, der Maßnahmen- und Versorgungsdaten
  • Charakterisierung neu diagnostizierter Parkinson Patienten, insbesondere von Erstsymptomen Zeitdauer von Erstauftreten der Symptome bis zur Diagnose
  • Erfassung des Versorgungsbedarfs und der notwendigen Ressourcen zur ambulanten Versorgung von Parkinson Patienten
  • Abgleich der erhobenen Daten mit Patientendaten aus wissenschaftlichen Erhebungen und damit Erfassung der „real life“ Versorgungssituation
  • Verbesserung der Versorgungsqualität und Qualitätssicherung auf allen Gebieten (medikamentös, Heilmittelerbringung, Patienten- und Angehörigen-edukation)
  • Erfassung der Bedingungsfaktoren für Patientenzufriedenheit und Lebensqualität
  • Qualität der Versorgung fortgeschrittener Parkinson Patienten, Beratung und Indikationsstellung von invasiven Therapieverfahren
  • Erfassung des Versorgungsbedarfs (insbesondere Häufigkeit und Behandlung von Komplikationen) bei der Nachsorge von Patienten mit THSvon oder Pumpentherapien
  • Erfassung des Einflusses der körperlichen Aktivität der Patienten den Krankheitsverlauf
  • „Parkinson-Schwerpunktpraxis“
    Die Implementierung einer „Parkinson-Schwerpunktpraxis“ soll die Versorgung von Patientinnen und Patienten flächendeckend verbessern.
    Zertifizierte Praxen sind
    Dr. Michael Lorrain, Düsseldorf
    Dres Becker, Wellach, Hamburg
  • Parkinsonassistentinnen/ Parkinsonassistent: PASS
    Auch 2020 bis zu Beginn des Lockdowns führte die Gruppe bundesweit die Ausbildung von medizinischen Fachangestellten zu "Parkinson Assistentinnen" durch. Derzeit wird ein „lockdown- kompatibles“ Konzept erarbeitet, um die Ausbildung auch virtuell anbieten zu können.
  • Sonstiges
    • Die Gruppe kritisiert die teils fehlerhafte Umsetzung der „Aut idem Regelung“ bei Parkinson (www.aerzteblatt.de/nachrichten/94708/Neurologen-und-Patienten-warnen-vor-Fehlmedikation-durch-Aut-idem-Regelung-bei-Parkinson)
    • Die Gruppe sieht weiterhin erheblichen Korrekturbedarf am Bundeseinheitlichen Medikamentenplan in der bisherigen Form (U.a. können die für viele Parkinsonpatienten notwendigen Einnahmezeiten nicht übersichtlich dokumentiert werden, ebenso wenig die medikamentöse Versorgung mit Medikamentenpumpen.)
    • Die Gruppe beobachtet einen zunehmenden Versorgungsbedarf für Patienten, die eine THS oder eine Pumpentherapie erhalten haben. Eine ambulante Versorgung dieser Patientengruppe in den Praxen ist schwierig, da die Betreuung einen hohen zeitlichen und personellen Aufwand erforderlich macht und diese Art der Versorgung in der ambulanten Vergütungsstruktur bisher nicht berücksichtigt ist. Die Gruppe bittet den DPG Vorstand deshalb um Unterstützung im Bemühen, auf diesen Missstand hinzuweisen (z.B. in Form von Briefen oder Stellungnahmen für die KBV und KK) und die ambulante Versorgung so umzugestalten, dass diese Patienten auch in spezialisierten Praxen betreut werden können.

Dr. med. Reinhard Ehret
Neurologe
NEUROLOGIE BERLIN
PRAXIS DR. EHRET / DR. VON PANNWITZ
Schloßstraße 29
12163 Berlin-Steglitz
Fon: 030.79 08 85 0
Fax: 030.79 08 85 99
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